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Google weiter unter Druck

30.03.2010

Die wohl bekannteste Suchmaschine bekommt dieser Tage immer mehr Probleme mit verschiedenen Anforderungen einzelner Länder dieser Erde. Das Datenschutzproblem in Deutschland weitet sich immer mehr aus. So wird der aktuelle Widerstand gegen Googles Produkt ‘Streetview’ laut und in Oldenburg bereits ein Fahrzeug von Google beschädigt. Es handelte sich dabei um einen PKW, und nicht um eines der bekannten LKW-Kamerafahrzeuge, bei dem die Kabelverbindung der Kamera gekappt und die Luft aus den Reifen gelassen wurde.

Datenschutzer laufen Sturm gegen Googles Dienste wie Streetview oder Analytics. Die gemachten Bilder für Streetview beispielsweise bieten Kriminellen eine einfache Möglichkeit aktiv Straftaten zu planen. Die mit Analytics gesammelten Daten verletzen die Privatsphäre und so hat der Düsseldorfer Kreis schon Ende 2009 Bedenken angemeldet und hat Nutzern des Anayse-Dienstes mit möglichen stichprobenartigen kontrollen und eventuellen Strafverfahren gedroht.

Doch auch in anderen Teilen der Welt hat Google mit Problemen zu kämpfen. Nach der Ankündigung im Januar, sich aus dem chinesischen Markt zurückziehen zu wollen, sofern die Suchergebnisse weiterhin zensiert werden sollen, hat Google sich nun in Hongkong niedergelassen, um von dort die Chinesen mit unzensierten Suchergebnissen zu versorgen. Doch seit Samstag sind bereits erste Dienste mobil schon nicht mehr erreichbar und alles was in China ankommt wird von den dortigen Behörden gefiltert bzw. zensiert. Youtube und Blogger sind gar nicht mehr erreichbar und zahlreiche weitere Dienste wurden stark eingeschränkt. Das Ziel ist also vorerst verpasst und es werden spürbare verluste auf Google zukommen, denn erste Unternehmen wie Motorola haben bereits verlauten lassen, in Zukunfft mit Microsofts Suchmaschine ‘Bing‘ zusammen arbeiten zu wollen.

Weiter südlich von China liegt Australien. Der bislang eher unscheinbare Kontinent bereitet nun ebenfalls Probleme. Hier sollen in Zukunft verschiedene Seiten gesperrt und Inhalte nicht mehr zugänglich gemacht werden. Geplant ist eine Internetzensur mit Altersprüfung für verschiedene Webseiten mit nicht jugendfreien Inhalten bis hin zur Sperrung von bestimmten Sites die gegen das australische Recht verstoßen. Hauptaufgenmerk liegt hier, wie in vielen anderen Ländern der Erde auch, auf der Bekämpfung von Terror, Drogen und anstößigen Inhalten bei denen Kinder erniedrigt werden.

Der Konzern verhält sich in seiner nicht einfachen Situation recht unprofessionell und verstrickt sich in Wiedersprüche. Ein brasilianisches Gericht hat Google nun zu täglich 2000 Euro Strafe verurteilt, weil über den Dienst Orkut Beleidigungen veröffentlicht wurden. Google antwortet, dass man keine Möglichkeit hätte dagegen etwas zu unternehmen. Doch die Richter verwiesen auf die Selbstzensur in China und das Google sehr wohl die Möglichkeit hätte beleidigende Kommentare zu erkennen und zu sperren bzw. zu löschen.

So wird aus einm Umstand der Strick für den nächsten Umstand, immer getreu der Linie ‘Don’t be evil’ oder ‘tue nichts, was Du später vielleicht bereust’. Langsam aber sicher macht es den Anschein, als wenn sich Google bald selbst überholt und sich dabei vielleicht auch selbst aus der Bahn wirft. Man darf gespannt bleiben…