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RIO NORD BLOG

Caffein – Die Umstellungen und Veränderungen

2010-07-02

In letzter Zeit stapeln sich die Aufgaben und erfreulicherweise auch die Aufträge hier in Rio. Isch komm kaum noch zu Posts. Eine der wichtigsten Dinge aus SEO-Betrachtung muss aber Erwähnung finden und das sind die Veränderungen durch Caffein.Caffein - dies vielleicht vorneweg ist ein bitterer Stoff (!), aber durchaus stimulierend, wenn auch psychoaktiv.

Google hat ja die Umstellung auf die im Jahr 2009 eingeführte Technik neulich erst final abgeschlossen, bei der das neue und deutlich leistungsstärkere Dateisystem GFS 2 (Google File System 2) zum Einsatz kommt. Es macht deutlich, dass Google eher in Zukunft das Delta der Veränderung der Inhalte misst und entsprechend verarbeitet. Ziemlich schlauer Schachzug bei diesem ganzen Web 2.0 Content-Wahnsinn, der ja bereits jetzt jeden Tag das Netz um einige Tausend Terrabyte größer macht. Von daher sind Websites mit beständig neuen Inhalten deutlich besser gestellt als die statischen Websites. Aber das ist ja nun wirklich nichts neues.

Wie ist denn die wirkliche Veränderung durch Caffein?

Google sagt ja: „Ne, also das ist ja echt gar kein neuer Algo, vielmehr eine Überarbeitung unseres Index. Da ändert sich doch nix und alles peace und so“. Tatsächlich sind die Änderungen aber in jedem Bereich zu spüren, denn die Auswirkungen auf den Index sind teilweise durchaus spürbar und in Teilen auch dramatisch. Viele Webseitenbetreiber haben festgestellt, dass die Rankings sich geändert haben nach der Umstellung auf Caffein (Platz 1 auf 2 ist schon echt hart, aber von der Seite 1 auf die Seite 3 zu verschwinden wirklich und eindeutig geschäftsschädigend wie bei einigen unserer Kunden geschehen). Denn neue Inhalte haben nun schneller die Möglichkeit nach oben zu kommen, News und aktualisierte Blogposts und Foreneinträge haben eine größere Chance, schneller und höher gerankt zu werden (aber auch gleichzeitig wieder durch neue Blogposts von anderen Seiten verdrängt zu werden). Social Buzz (u.a. die Like-Funktion von facebook) wird grundsätzlich stärker in die Bewertung mit einbezogen. Aus SEO-Sicht wieder ein schlauer Schachzug, weil viele Hunderttausend Meinungsäußerungen wahrlich nur äusserst schwer durch SEO-technische Maßnahmen beeinflusst werden können*. Zudem werden durch Caffein bestimmte technische Besonderheiten einer Website stärker gemessen und fliessen ein ins Ranking, u.a. Ladezeiten einer Seite, Domainage, Anzahl und Qualität der Backlinks und (wie ich finde extrem kriegsentscheidend) die semantische Relevanz der Websitetext zum Linktag.

Google verändert viele Dinge, um stärker in Richtung einer Aktualität und letztlich , Echtzeitsuchmaschine zu gehen, u.a. auch über das Thema Pubsubhubbub. Das ist ein neues Protokoll, dass sich im Bereich von Blogs quasi über Nacht zum Standard entwickelt hat: hier kann frischer Inhalt auf einer Website an Google proaktiv gemeldet werden. Das ist durchaus ein Vorteil, anstatt eine Woche auf den Bot zu warten. Hübsch anzuschauen die Videobotschaft der beiden Google Mitarbeiter, die´s erfunden haben:

http://code.google.com/p/pubsubhubbub/

Eine von Caffein zwar unabhängige Angelegenheit, die sog. Mayday-Umstellung hat den Algorithmus aber allerdings wirklich verändert und betrifft Long-Tail-Suchanfragen. Lesenwert hier aus dem Webmasterblog von Google dieser Beitrag: http://bit.ly/avQZqW

Google ändert also eine Menge Dinge, um seinen Index frischer zu machen (angeblich bis zu 50% aktueller). Man sollte in diesem Zusammenhang natürlich mit ein paar Experten sprechen, was man denn so alles machen kann (natürlich mit uns), u.a. sollte man bald einmal eine HTML5-Version anbieten.

*es sei denn man spricht mit Ralph Fantomaster Tegtmeier mal darüber, was man da so alles machen kann, but that´s another story. ;-D


Google Analytics jetzt anonymisierbar

2010-06-03

Letztes Jahr im Herbst gab es einige Wellen um Google Analytics, als der Düsseldorfer Kreis, die Zusammenkunft der obersten deutschen Datenschützer für den nicht-öffentlichen Bereich, von der Verwendung von Google Analytics abriet. Die Datenschützer störten sich daran, dass Analytics die vollständigen IP-Adressen der Besucher einer Seite speicherte, und damit die Erstellung von eindeutigen Nutzerprofilen - zwar nicht für einen Analytics-Nutzer, aber doch für das Unternehmen Google  - zumindest theoretisch möglich war. Die befürchtete Abmahnwelle blieb aus, wohl auch wegen der nicht hundertprozentig eindeutigen Rechtslage, ob IP-Adressen jetzt zu den personenbezogenen Daten gehören, oder nicht. Trotzdem hing über der Nutzung von Google Analytics immer die Gefahr eines Verstoßes gegen Datenschutz-Bestimmungen und -Gesetze, und damit verbunden das Risiko einer Abmahnung für einen Webseitenbetreiber.

Letzte Woche hat Google jetzt Neuerungen in Analytics vorgestellt, die die Kritik der Datenschützer Aufnehmen und Lösungen anbieten. Die Betreiber von Webseiten mit Google Analytics können dieses jetzt so einstellen, dass das letzte der vier Bytes einer IP-Adresse nicht mehr übergeben wird. Aus der IP 123.11.239.17 zum Beispiel wird mit dieser IP-Maskierung für Analytics dann 123.11.239.xxx , was einen Webseitenbesucher zuverlässig Anonymisiert. Eine Lösung, die die Hamburger Firma Etracker übrigens schon geraume Zeit anbietet.

Während bei einer Neuinstallation von Analytics ab jetzt die datenschutzkonforme Version vorinstalliert ist, muss für die Anpassung von älteren Installationen von Google Analytics ein Eingriff in den Quellcode der Internetseite vorgenommen werden. In den Teil, der den Analytics Code enthält, muss die Zeile “_gat._anonymizeIp();” eingefügt werden. Nachteil des datenschutzkonformen Analytics ist, dass das Geo Tracking nach der IP-Maskierung keine genauen Ergebnisse mehr liefert, da hierfür vollständige IP-Adressen notwendig wären.

Auch ein aktives Opt-Out für Internetsurfer ist jetzt möglich. Wer als Browser Chrome, Firefox oder den Internet Explorer einsetzt, kann sich bei Google ein Plugin herunterladen, welches allen Analytics-Versionen mitteilt, dass über den Besuch der entsprechenden Website keine Informationen von Google Analytics gespeichert werden sollen.


Google schafft Windows ab

2010-06-01

Wie die Financial Times gestern berichtete, setzt Google zukünftig kein Windows mehr auf seinen Firmenrechnern ein. Auslöser seien Chinesische Hackerangriffe in jüngster Vergangenheit, bei denen die Angreifer gezielt Schwächen im Internet-Explorer ausnutzten, um über Windos-PCs dann in die internen Google-Systeme einzudringen.

Schon seit Anfang des Jahres stehen neuen Mitarbeitern nur noch Rechner mit wahlweise Linux oder Mac OS X zur Verfügung. Neuinstallationen von Windows-Rechnern gibt es nur noch bei begründeten Ausnahmen und nach Genehmigung durch Vorgesetzte. Bereits länger angestellten Mitarbeitern wird nahegelegt, auf Linux oder Mac OS X zu wechseln, wobei die meisten Mitarbeiter Mac OS X bevorzugen würden. Ebenso wird den Mitarbeitern die Verwendung von Eigenentwicklungen von Google wie beispielsweise dem Webbrowser Chrome empfohlen.

Nach Expertenmeinung dürften diese Maßnahmen Google hauptsächlich vor eher ungezielten Angriffen schützen, beispielsweise vor Schädlingen auf manipulierten Internetseiten. Gegen gezielte Angriffe auf ein Unternehmen hilft eine Umstellung der Betriebssysteme der Mitarbeiter allerdings weniger, da auch Linux und Mac OS X Sicherheitslücken enthalten, die von professionellen Angreifern gezielt ausgenutzt werden können.